Was ist DIG? Was ist DING?

DIG:
Strand, Sonne, Möpse, Muschis, Spaß, Erfolg, Macht, Kontrolle, Image, Einfluss, geile Autos, geile Weiber, HBs, 7en, 8en, 9en, 10en, IOIs, closen, sargen, Game, chillen, Abenteuer, fremde Orte, Respekt, Tiger, David De Angelo, bear, bull, das Gefühl, das man hat, wenn man das Schlafzimmer einer fremden Frau mit ihr betritt...

DING:
Scham, Angst, Langeweile, Standards, blabla, Abhängigkeit, 1en, 2en, 3en, 4en, 5en, 6en, PAIN, Trauer, Rollkragenpullover, bitch-control, kiffen, saufen, exzessiv Fussball gucken, fernsehen, Einsamkeit.

B.I.O.!!!

Montag, 4. August 2008

Field Report - Bull

Ok, heute habe ich mich weit aus meiner Komfortzone gelehnt.
Vorgeschichte: War mit Bear asiatisch essen. Die Kellnerin, eine süße junge Asiatin, hat schon beim letzten Besuch IOI's gezeigt. Dieses mal habe ich sie reichlich geneckt, z.B. habe ich zweimal mit "scheiße" bzw. "beschissen"auf die Frage wie das essen war geantwortet (natürlich lächelnd). Zwischendurch habe ich sie ein bisschen positiv emotionalisiert: "Sag mal, wenn Du jetzt nicht arbeiten müsstest, wo wärst Du jetzt gerne?". Mein Necken ging so weit, dass sie mir heftigst auf die Schulter boxte: "Maaann!". Voll Süß! Und klarer IOI!
Irgendwann meinte ich zu ihr: "Du gefällst mir irgendwie." Sie: "Danke...Du mir auch". Danach verschwand sie sichtlich in Verlegenheit gebracht. Auch Bear und ich verließen kurz darauf ohne weitere Interaktionen das Restaurant.
Als ich mich in meinen Wagen gesetzt habe, dachte ich mir: Die Frau fand Dich cool und hat es Dir sogar ins Gesicht gesagt. Warum hast Du nichts daraus gemacht? Pain! Dann dachte ich mir, ok mit Bear zusammen wäre sie wahrscheinlich zu verlegen gewesen, um einen tclose zu machen. Aber was spricht dagegen wenn ich jetzt nochmal hinfahre, wo Bear schon weg ist? Noch mehr Pain! Ich merke, dass sich in mir alles sträubt, die pure Angst. Doch ich wusste auch, dass selbst wenn ich mich beim zurückfahren und sie ansprechen total dämlich anstelle, wird diese Angst nie verschwinden und ich werde es irgendwann bereuen, dass ich mich ihr nicht gestellt habe...Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin zurückgefahren. Ich musste es tun.
Also machte ich einen U-Turn, fuhr wieder zurück und parkte mein Auto genau vor dem Restaurant. Da ich noch nicht genau wusste, was ich tun oder sagen werde, blieb ich erst einmal - wie ein Opfer unter den Loosern - im Auto sitzen, in der leisen Hoffnung sie würde just in dem Moment aus dem Restaurant kommen, mich in meinem Auto sehen und mir zurufen: "Hey, komm raus, ich will Dich ficken." Nein quatsch, aber ich stand wirklich mit meinem Auto vor dem Restaurant und überlegte. Irgendwann, nach ca. einer Minute in der ich so tat als ob ich mit meinem Handy beschäftigt bin, entschloss ich mich einen Parkplatz zu suchen. In einer Seitenstraße wurde ich fündig. Ich stieg aus, atmete aus und bewegte mich mit entschlossenem Schritt Richtung Ziel. Auf dem Weg lief mir eine kleine Horde dunkelhaariger Jungs über den Weg. Plötzlich höre ich hinter mir jemanden laut meinen Namen rufen. Ich drehe mich um und sehe in 20m Entfernung, dass die Jungs die gerade an mir vorbeigelaufen sind, Kinder waren, die ich vor Jahren in einem Jugendzentrum betreut hatte. Ich rufte fröhlich "hey!, wie geht's" Einer der Jugendlichen zeigte mir einen Daumen mit ausgestrecktem Arm. Irgendwie empfand ich das als gutes Omen. So, als ob er mir sagen wollte: "Hey, go for it. Du bist auf dem richtigen Weg." Komischer Zufall, oder?
Naja, ich laufe weiter und ca. 30Sekunden vor dem Restaurant merke ich, dass ich dringend einen Plan brauche. Ich konnte meine Nervosität nicht unter Kontrolle bringen, also war klar, dass die Scheiße schnell gehen muss. Mir war jetzt auch alles egal. Ich wollte es nur durchziehen, um mir später keine Vorwürfe zu machen und meinen psychologischen Schutzschild zu stärken, um beim nächsten Mal schon ein bisschen besser zu sein. Gleichzeitig sollte mein Weg auch nicht völlig umsonst gewesen sein.
Auf dem Höhepunkt meiner Furcht stehe ich im Restaurant und sehe sie am denkbar schlimmsten Ort stehen: hinter der Bar, umringt von allen Angestellten. Wäre ich schon Mr. Obercool, dann hätte ich die ganze Bar als Set gesehen, DHV, Social Proof und das ganze Programm gemacht. Aber ich wollte nur eins: Ihr möglichst schnell meine Visitenkarte geben und abhauen. Das war meine Mission. Ich wusste sonst nicht wie ich sie, in dieser Situation isolieren hätte sollen, um sie nach ihrer Telefonnummer zu fragen. Ich wollte sie möglichst wenig in Verlegenheit bringen. Sie arbeitet schließlich...Egal.
  • Sie sieht mich auf sie zukommen
  • Sie: "Hi, haben Sie was vergessen?" (sie war wieder in ihrer Rolle, da sie von unzähligen Arbeitskollgen umzingelt wurde. Wahrscheinlich auch von ihren Vorgesetzten. Anders kann ich mir nicht erklären, warum sie wieder vom "Du" auf "Sie" gewechselt hat).
  • Ich: "Ja..., Dich!" (Weiß nicht wie mir in der Situation so ein cooler Spruch über die Lippen ging. Ich war auf jeden Fall eine "8" ... auf der Nervositätsskala.
  • Ich gehe zum Eingang der Bar an der Seite, sie kommt auf mich zu.
  • Ich reiche ihr meine Visitenkarte.
  • Ich: "Hier. Falls Du ausgehen möchtest, ruf mich an."
  • Sie: "Dankeschön!!!"
Ihr "Dankeschön" muss man sich so vorstellen: Eine Mischung aus einem "Dankeschön" für's Trinkgeld, einem "ach-das-ist-aber-süß-dankeschön" und einem Dankeschön für das schönste Komplement des Jahres. Zumindest dachte ich das aus dem für ungeübte Ohren sehr rollenbewussten "Dankeschön" einer Kellnerin, die vor ihren Kollegen und Vorgesetzten einen Antrag bekommt, rauszuhören zu können.
Ich denke, ich habe noch ein halbes Lächeln aus meinem versteiften Gesicht gekitzelt, bevor ich rausmarschiert bin. In den Schatten des Lichts... O-P-F-E-R!
Nach der PUA-Arithmetik dürfte diese Aktion rein äußerlich nichts gebracht haben. Aber ich bin mir sicher, dass ich beim nächsten Mal/Target schon ein wenig besser rüberkomme werde. Mein Psyche brauchte diesen Fehltritt zum Lernen. Bin Stolz auf mich. DIG!

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